Familienzuwachs

Was bisher geschah...

 

Ich bin nun schon etwas über 25+, also einem Alter, wo man gefestigt und angekommen ist (sein sollte?! Wie auch immer) .

Ein Kind habe ich gezeugt, und ohne irgendwie eitel zu klingen, ein besonders... doch... Süß trifft es ganz gut. Schlimm daran ist nur: Meine Gene haben sich so erfolgreich vererbt, dass ich die Hände übder´m Kopf zusammenschlage, wenn ich nur an später denke...

Wenn ich es nicht besser wüßte, würde ich meinen, da hat mich jemand geklont.

Ich weiß nicht, ob Ihr das kennt: Wenn Dein Kind vor Dir steht, in seiner Kindlichen Art und Weise doch sehr wissend rüber kommen mag und Du genau weißt, was als nächstes kommt, weil Du eine zehntel Sekunde vorher ein Dejavue hattest... nur eben mit vertauschter Perspektive und 25+ Jahre zuvor.

Spätestens da wird einem klar: Jep... aus der Nummer kommst Du nicht mehr raus!

Denn Du erinnerst Dich... wie Du damals warst (und was Du nun auch live vor Dir siehst) und was dann noch alles kommt. Bei letzterem wachsen mir jetzt schon das eine oder andere graue Haar.

 

So, Ein Kind haben wir also gezeugt, ein Haus gebaut und einen Baum habe ich noch nicht gepflanzt. Gut, an vielen Häusern habe ich mehr oder weniger mitgearbeitet, was man in der Summe betrachtet als "Hausbau" durchgehen lassen könnte. Kommt eben immer auf die Sichtweise drauf an.

Mit dem Baum bin ich übrigend auch aus dem Schneider... ich habe schon an soooo viele Bäume gep..., dass daraus mindestens schon ein neuer hätte entstanden sein können oder gar ist.

Also Haken hinter!

Ach so...

Auch bin ich schon Großpapa, also Opa. Also Soll erfüllt. Und allein die Tatsache, dass mein Kind und mein Enkelkind irgendwann mal zusammen auf Disco gehen (und die Chance ist bei 3 Jahren Altersunterschied recht groß), dann werden die Leute eh nicht glauben dass das kein Pärchen sondern Onkel und Nichte sind. Aber was bringe ich beiden bei: Es ist egal, was die anderen reden, Ihr wisst es besser, Ihr wart dabei!

 

Gut, also Haus, Baum Kind und Enkel haben wir... was fehlt einem da noch, wenn der Zwerg, also unser Kind aus dem gröbsten raus ist?

 

Richtig!

Ein Hund...

 

 

Gut… mit einem Hund ist es wie mit einem Kind. Alles benötigt Vorbereitungen und gute Planung.

 

Naja, andere bekommen das meist auch so hin, aber ich bin nunmal in dem Alter, in dem man lieber ein wenig „Planungssicherheit“ hat, damit man später sagen kann, wie es hätte klappen können, oder warum es nicht geklappt hat.

 

Also überlegten wir eine kurze Zeit (6 Jahre um genau zu sein), besuchten Tierheime, holten uns von jedweden Leuten Infos und kamen nie wirklich an den Punkt wo für uns beiden (also meiner frau und mir)  klar war: Das isser!

 

Entweder war ich auf Anhieb in das Tier verliebt und meine Frau hatte so gar keinen Draht zu ihm, oder umgedreht… meine Frau wollte nicht ich schon… NEIN… sie wollte, ich aber nicht.

 

Und da muss ich meiner frau zugutehalten:  Auf Ihr Bauchgefühl war bislang immer verlass!

 

Wo ich euphorisch, wild strampelnd freudiger Erwartung durch die Gegend hopste, holte sie mich mit kurzen sachlichen aber wichtigen Fakten und Argumenten wieder recht zügig auf den Boden.

 

Warum tat sie das?! Weil wir uns da ein gaaaaaanz klein wenig ergänzen.

 

Wird die Situation schon mal panisch und löst bei normalen Menschen den Fluchtgedanken und selbigen Reflex aus, atme ich tief durch, verschaffe mir rasch einen Überblick und bringe das Ganze zu einem geordneten Ablauf, bei dem letztlich alles seinen ordentlichen Gang geht!

 

Ich halte im Allgemeinen nix von überstürzten Handlungen… solange es sich nicht um meine Freude handelt.

 

Man sieht also ganz schön: Wir brauchen einander, um nicht irgendeinem gefräßigen Monster zum Opfer zu fallen.

 

 

 

Naja… der Gedanke mit dem Hund kam immer mal wieder auf… wurde verworfen, kam wieder auf, wurde nüchtern und klar argumentiert verworfen, kam wieder auf und…

 

BLIEB!

 

Genau am 01.06.17 ging er überhaupt nicht mehr…

 

Was war passiert?!

 

Nun ja…

 

Wenn man Kinder hat, brauchen die definitiv auch andere Kinder, sonst drehen sie irgendwann am Rad.

 

Und auch, wenn in unserer Familie das Wort „Normalität“ einen riesen Bogen macht, müssen wir uns eingestehen, dass unser Kind dahingehend normaler ist, als wir es je sein könnten.

 

Und weil man sein Kind liebt, wir unseres besonders, ohne in die Richtung „Helikopter-Eltern“ zu tendieren, organisierten wir an einem langweiligen Tag mal eben und spontan einen Spaziergang im Park und luden dazu eben auch Freunde mit Kinder ein.

 

Von gefühlten 100 „Freunden und Bekannten“ sagten 2 Familien zu… das waren immerhin mehr als ein Kind! Also ein Erfolg.

 

Um auch hier mal kurz abzuschweifen:

 

Ist Euch schon mal aufgefallen, wie unspontan man wird/geworden ist/ werden wird, wenn man Kinder hat?!

 

Früher reichte ein Klingeln an der Tür und die Frage, „kommste mit?!“...  Und los ging es.

 

Dabei war es völlig egal, ob es zum Bolzen auf den Platz ging, oder auf irgendeine Party.

 

Heute:

 

1.       Auswahl an möglichen Teilnehmern

 

2.       Eine Nachricht für Mail, SMS, Whatsapp (isch ´abe gar keine Whatsapp mehr) oder sonst was für Messenger aktuell sind verfassen,

 

3.       Auf Antwort warten,

 

4.       Ggf. Leute nochmal anrufen,

 

5.       frustriert sein über 85% Absagen,

 

6.       Entschluss fassen: Scheiss drauf, wir fahren auch allein

 

7.       Hoffen, dass andere vielleicht doch noch dazu stoßen

 

8.       Und sich wie Bolle freuen, wenn dann doch mindestens einer zusagt!

 

Ehrlich?! Manchmal schäme ich mich auch ein bisschen für meine Spontanität?!

 

Ich bin ja nun schon ü40… da sollte man doch einen streng geregelten Tages-/Wochen-/Monatsablauf haben, oder?!

 

Mo – Fr ackern bis der Arzt kommt, Kind holen, einkaufen, spielen, aber nicht zu lange, weil Essen muss noch fertig gemacht werden, essen, Hände waschen, Kind ins Bett bringen, auf die Couch setzen, einpennen, mitten in der Nacht mit zerknittertem Kreuz aufwachen, ins Bett wechseln,

 

20 min später vom Wecker geweckt werden, den „aus-Knopf“ nicht finden, wie gerädert aufstehen, Morgenhygiene betreiben, auf die Uhr schauen, feststellen, man hat eh schon zu lange gebraucht, Kind wecken, Kind erneut wecken, Frühstück für´s Kind machen, Kind wieder wecken nun mit mehr Nachdruck, Kind anziehen, essen lassen, es 12825 bitten, Zähne zu putzen, sehen dass man viiiiel zu spät ist, Kind fertig machen im Sinne von fertig ankleiden und ab in die Kita und dann zum Job…

 

Samstag aufwachen (meist irgendwann zwischen 4:30 Uhr und 5 Uhr, weil das Kind, welches die Woche über nicht aus den Federn kommt schon wach ist und dies auch lautstark alle wissen läßt, Kind ins elterliche Bett holen und nach 15 min Testliegen mit Kind feststellen, es bringt eh nix, dann also aufstehen, Frühstück machen, großen Wohnungsputz vollziehen, während das Kind spielt, Mittag machen, Mittag essen, Mittagsschlaf, Kaffee trinken, rausgehen, Zeit mit dem Kind verbringen und dann nach Hause, Abendessen bereiten, Kind Bettfertig machen, Kind unter Protest des selbigen ins Bett bringen, Geschichte vorlesen, Zimmer wechseln, Couch sehen und wissen, dass der Rücken wieder leidet und… naja… den Rest denke ich kennt Ihr!

 

Nun ist es bei uns mittlerweile anders. Zum einen ist es der fehlenden Verwandtschaft geschuldet, die, wenn sie denn vorhanden ist, nicht nah genug wohnt, um mal eben kurz zu Besuch zu fahren.

 

Zum anderen habe ich es mir abgewöhnt die Zeit/den Tag  durch manifestierte Rituale aus den 50er-60er Jahren versauen zu lassen.

 

Dann liegt eben auch mal n Berg Wäsche im Wäschekorb, und ohhh Staub… der wird bei uns auch schon mal auf den Schränken gefunden. Aber wen stört das?! Mich nicht, meine Frau nicht und unseren Zwerg erst recht nicht!

 

Also ist es durchaus drin, dass wir bis 9 halb 10 Uhr schlafen. Und zwar allesamt! Dann entspann den Tag beginnen.

 

Und ja, ich muss sagen: es lebt sich entspannter!

 

Was aber dann eben auch dazu führt, dass andere unsere Spontanität als regelrechten Überfall auffassen.

 

 

 

Wir sind also wieder an dem Punkt angelangt, an dem wir im Park mit anderen verabredet waren.

 

Beim Spazieren und sich unterhalten kamen uns eben auch viele Hunde entgegen. Dafür biete sich ja so ein Park regelrecht an.

 

Und wie es der Zufall will, erzählt uns eine gute Freundin, dass deren Freundin grade einen Wurf Welpen bekommen hat und dass da einige noch unversprochen sind.

 

Prompt zeigte sie uns dann Bilder!

 

Wer bis dato glaubte, Liebe auf den ersten Blick gibt’s nicht, dem kann ich sagen: GIBT’S DOCH!

 

Selbst erlebt das erste Mal bei meiner Frau und das 2. Mal eben genau zu dem Zeitpunkt, als ich diese kleinen Knopfaugen sah.

 

Und nicht nur mir ging es so, auch meine Frau war hin und weg.

 

Also bat sie um ein Treffen, um die kleinen mal live und in Farbe sehen zu können.

 

Wer mich kennt, weiß, dass mich selten etwas sprachlos macht. Das war dann aber so ein Moment!

 

Meine Frau ergriff die Initiative und wollte ein Treffen mit den Hunden… Wo war da der kühl abwägende Verstand? Was war da nun meine Rolle??

 

So geht das nicht! Solch ein spontaner Rollentausch bringt mein ganzes Chi durcheinander.

 

Gesagt getan, wir fuhren an selbigem Tag hin und verliebten uns nochmal und nochmal und nochmal in die kleinen Würmchen.

 

Der Beginn von etwas ganz besonderem!

 

Zu Gast bei Freunden

Nunja... verliebt in den kleinen Hosenscheisser, vielmehr in die kleinen Hosenscheisser haben wir uns von Anfang an. Waren regelmäßig da, haben alle besucht. Sowohl mit dem Frauchen, als auch mit der Mama der zarten 8 Welpen haben wir schnell eine Verbindung aufgebaut. 

und wenn man sieht, wie so ein kleines Wesen langsam ( wobei "langsam" hier definitiv das falsche Wort ist) entwickelt, größer wird... dann geht einem einfach nur das Herz auf. 

Mittlerweile sind sie alle schon sooo groß, dass sie umher tollen, sich ausprobieren und... bald die Mama verlassen dürfen müssen. 

Man sieht dem Frauchen an, wenn sie nach uns nach eines der kleinen Hosen- , ach nee Fellscheisser abgibt, dass sowohl ein wenig Erleichterung aber auch ein wehnig Wehmut mit bei ist.

 

Und dann ist unser Tag gekommen!

Wir holen heut unseren Juno (so wurde er genannt vom alten Frauchen, so bleibt er auch bei uns) ab!

Irgendwie erinnerte mich alles an die Zeit, als ich damals mein Kind samt Frau aus dem Krankenhaus nach Hause geholt habe. Die Endorphine jagen durch den Körper und man ist hippelig, wie ein verliebter Teenie. Macht man alles richtig, wird man gut für ihn sorgen können?! 

Egal... Beim Kind haben wir das auch geschafft, warum also nicht auch mit dem Hund?!

Und jeder, der schonmal diese süßen Knopfaugen gesehen hat, der weiß, wie gefährlich es ist, in den "knuddelwuddel"-Modus zu verfallen. ABer wir geben uns Mühe. Bei der Hundeschule sind wir bereits gemeldet und in der folgenden Woche geht es los!

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